MEP Deutschland

Das MEP auf den Spuren der Menschheitsgeschichte in Plovdiv – von Anni Winkel

Am Freitag, dem 17. April, begann unsere Reise zum CSEE nach Plovdiv/Bulgarien. Mit dabei waren: Carla (Leipzig); Magdalena (München); Pauline (Koblenz); Julia (Hannover); Frederik (Hamburg); Anni (Wadern) sowie unser Committee President Noah (Koblenz- derzeit Barcelona). Begleitet wurde die deutsche Delegation von Herrn Dr. Eisbrenner aus Koblenz.

Nach der turbulenten Anreise (Streik bei der Lufthansa!), wurden wir trotz der späten Stunde mit offenen Armen am Flughafen empfangen. In Plovdiv begegneten uns die freiwilligen Helfer mit jener sprichwörtlich bulgarischen Wärme, die Fremde binnen Augenblicken zu Freunden macht und jede Erwartung an Hilfsbereitschaft weit übertraf.

Am nächsten Tag startete bereits das offizielle Programm. Wir versammelten uns in der Hotel-Lobby und erkundeten mit unseren Ausschüssen die Stadt. Während dieses morgendlichen Spaziergangs durch die Innenstadt bewältigten wir verschiedene Team-Building-Aufgaben und gewannen einen ersten Eindruck von der malerischen Architektur Plovdivs. Unser Ausflug endete am Stadttheater, das eine ehrwürdige, historische Atmosphäre ausstrahlte. Genau dort – auf den Brettern, die die Welt bedeuten – fand die Eröffnungszeremonie statt. Das 14. CSEE wurde durch feierliche Ansprachen des stellvertretenden Bürgermeisters, des örtlichen EU-Abgeordneten sowie der Vertreter des Präsidiums und der Delegationssprecher offiziell eröffnet.

Nach der Eröffnungszeremonie begannen die Ausschusssitzungen, die auch den darauffolgenden Tag beanspruchten. Hier wurde leidenschaftlich debattiert und intensiv diskutiert. Eine große Bereicherung war zudem der Austausch mit anderen jungen Menschen aus vielen mittel- und osteuropäischen Ländern, die wir kennenlernen durften.

Die Stadt Plovdiv wird nicht umsonst als „ein zeitloses Mosaik der Kulturen“ bezeichnet. Plovdiv ist eine der ältesten Städte der Welt, die durchgehend bewohnt war. Über die 8.000 Jahre hat die Stadt Spuren von zahlreichen Zivilisationen in sich aufgenommen und vereint. Beim Besichtigen der Altstadt am Montag haben wir dieses Mosaik in seiner ganzen Pracht betrachten können: das direkte Nebeneinander von thrakischen Ruinen, römischen Monumenten, osmanischen Moscheen und prachtvollen Häusern der bulgarischen Wiedergeburt. Die Besichtigung der Altstadt führte uns auf einen der sieben Hügel, auf denen Plovdiv erbaut wurde. Von diesen aus konnten wir die malerische Landschaft Bulgariens und die Stadt von oben bestaunen.

Nach dem ausschweifenden, entspannten Spaziergang am Vormittag folgte ein sehr wuseliges Lobbying, das dennoch produktiv war. Am Abend bzw. bis spät in die Nacht wurde unter anderem an Angriffs- und Verteidigungsreden gearbeitet.

Der nächste Morgen fing dann natürlich früher an als erwartet oder erhofft. Die Gesichter, die beim Frühstück noch verschlafen waren, erwachten aber während der ersten Plenardebatte. Während der Plenardebatte wurden uns durch die Diskussionen neue Aspekte und Perspektiven bezüglich unserer eigenen Resolution bewusst. Auch außerhalb der Ausschussarbeit und der Plenardebatten nutzten wir die Zeit, um neue Menschen kennenzulernen. Es entstand ein reger Austausch über verschiedene Länder und deren Traditionen, bei dem viele neue Freundschaften geknüpft wurden.

Unsere Woche ging in einer Billard-Bar zu Ende, wo wir uns hitzige Duelle am Tischkicker und am Billardtisch lieferten. Beim gemeinsamen Pizzaessen entstanden zudem anregende Gespräche. Bereits am Mittwochmorgen traten wir die Heimreise an. Während der Zugfahrt zurück nach Sofia hieß es schließlich emotional Abschied nehmen.

Schlussendlich lässt sich sagen, dass die Woche ein Erfolg und ein Erlebnis war! Während dieser Woche wurde viel gelacht, neue Freundschaften geschlossen, haben wir die Kultur Bulgariens kennengelernt und sind über uns selbst hinausgewachsen. Plovdiv wird uns definitiv noch lange in Erinnerung bleiben!

Ein riesiger Dank gilt nicht nur den bulgarischen Organisatoren, sondern den Mitwirkenden aus allen Ländern, die dieses Modell Europa Parlament CSSE ermöglicht haben. Wie nach jedem MEP sind wir zwar müde, aber auch traurig, dass diese intensive Woche nun zu Ende geht. Zurück bleiben unvergessliche Erinnerungen, wertvolle Erfahrungen und neue Freundschaften. Das war das 14. CSEE Plovdiv 2026.