Das MEP CSEE traf sich vom 15. bis zum 20. Oktober 2026 in Prag zu seiner 15. offiziellen Session. Zehn Delegationen kamen in insgesamt sechs Ausschüssen zusammen, um verschiedene Themen der Europäischen Union zu diskutieren. In diesem Artikel werde ich die gesamte Session Revue passieren lassen und davon berichten, welche Erfahrungen man bei diesem Modell Europa Parlament sammeln konnte.
Die Delegierten reisten am Donnerstag eigenständig an, fanden sich in der Stadt ein und checkten in das Hotel Olšanka ein. Für unsere Delegation stand an diesem Tag noch keine Ausschussarbeit an, doch die Ausschusspräsidenten und das Präsidium trafen sich am Abend, um die bevorstehende Session vorzubereiten. Wir Delegierten hatten aber ein paar Stunden Freizeit, welche wir dann nutzten, um diese völlig fremde Stadt zu erkunden. Wir sind durch die Straßen Prags gelaufen und haben auch schon ein paar Sehenswürdigkeiten entdeckt. Zum Beispiel das Prager Metronom, was sich nur mit der Erdrotation weiterbewegt oder die Karlsbrücke, auf der wir das ikonische Depeche Mode Albumcover nachgestellt haben.

Am Freitag war es endlich so weit: Die Eröffnungszeremonie im Senat der Tschechischen Republik fand statt. Die Mitglieder des MEP hörten verschiedene Reden besonderer und erfahrener Gäste, darunter der Schulleiter des Johannes-Kepler-Gymnasiums, ein Mitglied des tschechischen Senats, ein Mitglied des Europäischen Parlaments, ein Gastredner der Anglo-American University und der italienische Botschafter in der Tschechischen Republik. Das Johannes-Kepler-Gymnasium spielte eine besonders große Rolle, da die Schule für den Zeitraum des MEP ihre Räume zur Verfügung stellte. Dies ermöglichte eine Ausschussarbeit in einem geeigneten Umfeld.
Nach der gelungenen Eröffnungszeremonie gingen die Delegierten direkt in ihre Ausschüsse, wo sie nach den Teambuilding-Aktivitäten mit der inhaltlichen Arbeit beginnen konnten. Dieses MEP bestand aus sechs Ausschüssen mit den folgenden Themen: Der erste Ausschuss, HOUS, behandelte das Problem des bezahlbaren Wohnraums. Der AFET-DROI-Ausschuss befasste sich mit der Bekämpfung von Antisemitismus, mit einem Augenmerk auf interne Methoden, aber auch auf die Kooperation mit externen Staaten. Bei dieser Session gab es auch einen FEMM-Ausschuss, der beschäftigte sich diesmal mit Grundrechten beim Zugang zu reproduktiver Gesundheitsversorgung. Der TRAN-Ausschuss beschäftigte sich mit einem integrierten Hochgeschwindigkeitsbahnnetz innerhalb der EU, und SEDE behandelte Cybersicherheit und kritische Infrastruktur. Zu guter Letzt untersuchte ITRE Unterbrechungen der Energieversorgung in besonders anfälligen Mitgliedstaaten.

Der letzte Tagesordnungspunkt am Freitag war der Kulturabend, an dem jede Delegation ihre jeweilige Kultur mit einem kreativen Beitrag präsentierte. Viele Delegationen griffen hierbei auf kulturelle Tänze und/oder Lieder zurück. Die deutsche Delegation führte den Song „Gute Laune“ von GroßstadtEngel mit dem bekannten Tanz dazu auf. Der Samstag wurde vollständig genutzt, um mit Unterstützung von Experten, die die Ausschüsse freundlicherweise begleiteten, an den Resolutionen zu arbeiten. In den Ausschüssen versuchten die Ausschusspräsidenten, ihre Delegierten mit konstruktivem Feedback und nützlichen Tipps durch den Prozess des Verfassens einer Resolution zu führen. Am Sonntag wurden die letzten Vorbereitungen für die Generalversammlung abgeschlossen. Nachdem die Resolutionen eingereicht worden waren, nahmen alle Ausschüsse an einer Pressekonferenz teil, bei der der Presseausschuss Delegierte zu ihrer Resolution und zu den Arbeitsprozessen in den Ausschüssen befragte. Im Anschluss ging es ans Lobbying, wo Delegierte sich über Resolutionen austauschen und, viel wichtiger, Änderungsanträge einreichen konnten, über die dann bei der Generalversammlung abgestimmt werden konnte. Dieser ereignisreiche Tag endete mit einer direkten Debatte über kritische Infrastruktur mit einigen der Experten vom Samstag. Um den Sonntag abzuschließen sind wir am Abend noch mit der gesamten Delegation in der Prager Innenstadt essen gegangen. Eine gute Entspannung vor der Generalversammlung am Montag im Prager Rathaus.

Hier verbrachten die Delegierten den ganzen Tag damit, zu debattieren, Fragen zu stellen, Reden zu halten und schließlich über die Resolutionen abzustimmen. Nach einem langen Plenartag und der Abschlusszeremonie feierten die Teilnehmenden eine erfolgreiche Session mit einer Abschiedsparty.
Dieses Modell Europa Parlament hat uns viele neue Erfahrungen gebracht, auch weil es für die meisten von uns das erste internationale MEP war. Ich denke, es wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Wir haben auch Prag als eine wirklich wunderschöne Stadt erlebt voller Überraschungen und Abenteuer. Man hätte sie sicher noch ein Vielfaches länger erkunden können. Das Event hat uns geholfen mit unseren europäischen Mitbürger*innen ein wenig verbundener zu werden. Wir haben neue Kontakte geknüpft und insgesamt konnten wir eine sehr gemeinschaftliche Atmosphäre in Prag erleben. Ein herzlicher Dank gilt allen, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben. Ihr habt uns eine wunderschöne Zeit in Prag beschert.
Und damit geht das 15. MEP CSEE zu Ende.
Bis zum nächsten Mal!